

Die Hämofiltration wurde Ende der 70-iger Jahre unter der Vorstellung entwickelt, mittelgroße (sog. mittelmolekulare) Substanzen, die für viele urämische Symptome verantwortlich gemacht werden, besser aus dem Blut entfernen zu können. Im Gegensatz zur Hämodialyse (Diffusion) nutzt das Hämofiltrationsverfahren den konvektiven Transport zur Elimination harnpflichtiger Substanzen. Dabei werden die im Blut gelösten Stoffe in einem hohen Flüssigkeitsstrom mitgerissen (Konvektion).
Voraussetzung war die Entwicklung großporiger (sog. hochpermeabler) Membranen, die Filtratmengen von 20-30 Liter/Behandlung erlauben. Der hohe Flüssigkeitsstrom wird durch Druck auf der Blutseite und durch Sog auf der Filtratseite erreicht. Ein Dialysat ist nicht erforderlich, allerdings muß der hohe Flüssigkeitsverlust durch Zugabe von steriler Flüssigkeit (Substituat) auf der Blutseite ausgeglichen werden. Durch die Substitutionsflüssigkeit und den Hämofiltrationsfilter entstehen hohe Kosten, so dass sich die Hämofiltration als Routinebehandlung des chronischen Nierenversagens nicht durchsetzen konnte. Sie wird heute überwiegend in der akuten Behandlung der Intensivmedizin angewandt.
HämodiafiltrationDie Hämodiafiltration (HDF) verbindet das Hämodialyse- und das Hämofiltrationsverfahren miteinander. Hintergrund der Kombination beider Verfahren ist, dass niedermolekulare Substanzen wie Harnstoff und Kreatinin vorwiegend durch Diffusion (Hämodialyse), und dass höher molekulare Stoffe überwiegend durch konvektiven Transport (Hämofiltration) entfernt werden können.
Bei der Hämodiafiltration werden stärker durchlässige Membranen als Dialysiermembranen, so genannte Highflux-Dialysatoren, verwendet. Auch hier gilt: die Porengröße bestimmt, wie viele und welche Schlackenstoffe von der Blut- zur Dialysat- bzw. Filtratseite übertreten können. Die über das notwendige Maß hinaus filtrierte Flüssigkeitsmenge wird durch eine sterile Lösung (Substitutionsflüssigkeit) ersetzt. Die Austauschmenge bei der Hämodiafiltration beträgt in der Regel etwa 2 Liter pro Stunde.


