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Peritonealdialyse bei Kindern und Jugendlichen

Die Peritonealdialyse (PD) verfährt nach dem gleichen Prinzip wie die Hämodialyse - im Gegensatz zu dieser nutzt die PD jedoch statt einer Kunststoffmembran das Bauchfell (Peritoneum) als natürliche Dialysemembran.

Über einen Katheter werden in Abhängigkeit von der Restfunktion der eigenen Nieren und ggf. dem intraperitonealen Druck bis zu 1,4 Liter pro m2 Körperoberfläche einer sterilen Dialysierlösung in den Bauchraum eingebracht. Im Bauchraum treten die harnpflichtigen Substanzen aus der Blutbahn über das Peritoneum in die Dialysierflüssigkeit über, gleichzeitig kann dabei Flüssigkeit entzogen werden. Nach einer Verweildauer wird die mit Schlackenstoffen angereicherte Dialysierflüssigkeit wieder aus dem Bauchraum ausgeleitet. Dieser gesamte Vorgang wird wiederholt.

Dabei gibt es mehrere Varianten der Durchführung:
Bei der kontinuierlichen ambulanten Peritonealdialyse (CAPD) werden täglich vier bis fünf Wechsel der Dialysierlösung, so genannte Beutelwechsel, durchgeführt. Ein Gerät ist dazu nicht erforderlich. Die Wechselintervalle werden vom behandelnden nephrologisch erfahrenen Arzt speziell auf die medizinischen Bedürfnisse des Patienten abgestimmt. Jeder Flüssigkeitswechsel dauert rund 40 Minuten.

Bei Kindern wird häufig die so genannte apparative Peritonealdialyse (APD) mit Hilfe eines Cyclers durchgeführt. Die apparative Peritonealdialyse ist eine maschinell unterstützte Form der Peritonealdialysebehandlung. Die Bauchfüllung mit der PD-Lösung und die spätere Bauchentleerung erfolgt hierbei mit Hilfe des Cyclers mehrfach während der Nacht, der Schlaf wird dabei in der Regel nicht gestört. Über den Tag verbleibt nur eine geringe Menge im Bauchraum. Je nach Dialyseeffizienz und Serummesswerten erfolgen bei Kindern zwischen 5 und 9 Beutelwechsel über 8 bis 10 Stunden.

Für die vom Patienten selbst mit Hilfe der Eltern/Betreuungspersonen zu Hause durchgeführte Peritonealdialyse müssen die medizinischen und häuslichen Voraussetzungen gegeben sein. Sie erfolgt unter kontinuierlicher medizinischer Betreuung durch einen nephrologisch erfahrenen Arzt (hierzu gehört auch eine 24-stündige ärztliche Rufbereitschaft).

Bei Kindern ist ein intensives Training zweier Betreuungspersonen, in der Regel sind das die Eltern, notwendig. So können eventuelle Störungen der Behandlung sicher erkannt und optimale Voraussetzungen zur Einhaltung der hygienischen Bedingungen geschaffen werden. Das Peritonealdialysetraining des Kindes und seiner Betreuungspersonen dauert in der Regel eine Woche und wird während eines stationären Aufenthaltes durchgeführt.






Letzte Änderung: 20.09.2007, nächste Prüfung: 20.09.2008
Erstellt: 01.10.2003


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